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Rechtslage für Buchblogger [Bildrechte, Zitate & mehr]

1. August 2017
Rechtslage-Buchblogger

Dass man als Buchblogger einen guten und ansprechenden Content braucht, um seine Leser zu fesseln und auf den Blog zu locken, sollte den meisten mehr als bewusst sein. Doch was muss ich dabei beachten? Brauche ich ein Impressum? Darf ich Zitate oder Cover verwenden? Als Blogger hört man immer mal wieder unterschiedliche Meinungen. In letzter Zeit begegnen mir aber auch immer wieder (vor allem neue) Blogs, die sich mit diesen rechtlichen Dingen scheinbar gar nicht auseinandersetzen. Zumindest bis zur nächsten Abmahnwelle! Um vielleicht den einen oder anderen Blogger vorher zu erreichen, möchte ich euch heute ein bisschen etwas zu den Rechten und Richtlinien für Buchblogger und Blogger im Allgemeinen berichten. Da es als Blogger vieles zu berücksichtigen gibt, wird es zwei Teile hierzu geben.

Teil 1: Coverrechte, Zitate & Rezensionsexemplare
Teil 2: Impressum & Datenschutzerklärungen

Auch wenn ich jemand bin, der sich immer wieder mit solchen Dingen auseinandersetzt und versucht auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, bin ich natürlich kein Anwalt für Medienrecht oder ähnliches. Ich möchte euch so gut wie möglich den aktuellen Stand (Juli 2017) darbieten – eine Garantie dafür kann ich euch aber nicht geben. Nachdem ich in der letzten Zeit verstärkt auf so etwas geachtet habe, gibt es aber auch für größere Buchblogger das eine oder andere, was überdacht und überarbeitet werden sollte. Ich möchte niemanden ankreiden, aber für das eine oder andere Vergehen gibt es wirklich hohe Geldstrafen, sodass es mir am Herzen liegt darauf aufmerksam zu machen.

Buchblogger Kyra Groh

Kann ich als Buchblogger Fotos von Büchern oder Cover von Verlagen verwenden?

Bilder anderer Leute zu verwenden ist grundlegend erstmal nicht gestattet. Es gibt Lizenzen, Bildrechte & co, die den Fotografen oder Designer schützen. Dies gilt auch für Buchcover! Oft haben die Verlage die Bildrechte für das jeweilige Buchcover und stellen diese Buchbloggern gerne zur Verfügung – als Beispiel sei hier die Randomhouse Verlagsgruppe genannt. Viele Verlage haben hierzu extra für Blogger auch ihre Richtlinien beschrieben und erlauben die Verwendung zu Werbezwecken, wie z.B. Rezensionen. Auf jeden Fall aber müsst ihr in der Rezension erwähnen, dass die Coverrechte bei dem jeweiligen Verlag liegen. Sollten Verlage das nicht so deutlich kommunizieren, müsst ihr dringend fragen, ob ihr die Bilder verwendet dürft. Natürlich macht ihr mit euren Rezensionen und Instagram-Bildern viel Werbung für den Verlag und es wäre nicht ratsam einen Rezensenten abzumahnen – aber sie könnten es, wenn sie es euch nicht ausdrücklich erlaubt haben! Andere Bilder von Verlagen, wie zum Beispiel Autorenfotos dürft ihr natürlich ebenfalls nicht einfach so verwenden! Haltet hier unbedingt Rücksprache mit dem Verlag, wenn ihr Bilder von Autoren einbinden wollt.

Außerdem ist es verboten die Cover in irgendeiner Art und Weise zu verändern. Ob Vergrößern, Verkleinern oder Ausschnitte zu zeigen, lasst da unbedingt die Finger von! Buchcover dürfen nicht verändert werden! Ich würde außerdem auch dringend davon abraten von irgendwelchen anderen Seiten als der Verlagsseite die Buchcover zu beziehen. Amazon, Thalia & co. können euch nämlich erst recht nicht erlauben diese Bilder zu verwenden. Übrigens sind auch Bilder von einem urheberrechtlich geschützten Bild nicht erlaubt ist. Also sind damit auch Fotos von Büchern prinzipiell verboten. Wenn man sich nun einmal auf Instagram und Buchblogs umsieht, wird man doch ganz schön stutzig. Aber auch hier greift dann wohl wieder der Ansatz, dass kein Verlag das unterbinden würde, dank der kostenfreien Werbung für seine Bücher.

Muss ich Rezensionsexemplare als Werbung kennzeichnen?

Wenn man als Blogger Kooperationen eingeht, muss man dies deutlich kennzeichnen. Allerdings gibt es wie in vielen Bereichen auch hier eine Grauzone. Ganz klar und deutlich steht aber fest, wenn für einen Beitrag oder eine Kooperation Geld fließt, muss der Beitrag schon in der Überschrift mit dem Wort Werbung oder Anzeige gekennzeichnet sein. Nun erhalten Buchblogger ja vor allem kostenfreie Bücher und weniger direkte Bezahlungen für eine Rezension, obwohl es letzteres natürlich auch gibt. Da für Rezensionsexemplare in der Regel kein Geld fließt, befinden sie sich irgendwie in einer Grauzone.

Ich persönlich kennzeichne zumindest in dem jeweiligen Post alle mir kostenfrei zur Verfügung gestellten Bücher immer. Wie ich das handhabe, könnt ihr  zum Beispiel bei meiner Rezension zu „Frag nicht nach Sonnenschein“ oder „Faire Game – Jade & Shed“ sehen. Für mich ist es wichtig, dass mein Leser weiß woran er ist. Transparenz ist hier das Zauberwort! Auch wenn natürlich meine Meinung nie gekauft ist, finde ich es auch dem Verlag gegenüber fair diesen nochmal zu nennen und sich zu bedanken. Doch ist das zwingend notwendig? Nach dem heutigen Stand gibt es zu Rezensionsexemplaren keine einheitliche Regelung. Es ist also zum jetzigen Zeitpunkt nicht Pflicht Rezensionen von Rezensionsexemplaren schon in der Überschrift mit Werbung oder Anzeige zu kennzeichnen. Ich würde euch trotzdem empfehlen innerhalb des Posts zu erwähnen, dass es sich bei diesem Buch um ein kostenfreies Exemplar handelt.

Buchblogger Amy Ewing

Darf ich Textstellen in meinen Rezensionen verwenden?

Auch hier gilt ein bisschen das Prinzip, wer nachfragt, ist auf der sicheren Seite! Viele Verlage machen hierzu selbst schon, wie bei den Covern, Angaben bezüglich der Textlängen und wie diese gekennzeichnet werden müssen. Einfach so Textstellen einbauen, sollte man daher tunlichst vermeiden. Wie viele Wörter als Zitat verwendet werden dürfen, ist sicherlich von Verlag zu Verlag unterschiedlich – also erkundigt euch dort unbedingt selbst beim entsprechenden Verlag!

Etwas, was aber gar nicht geht sind Textstellen oder -passagen auf Bildern veröffentlichen. Oft sieht man bei Facebook oder Instagram Bilder von besonders lustigen Textstellen oder Stellen mit vielen Rechtschreibfehlern. Oft wird hierzu nicht mal das dazugehörige Buch erwähnt. Das ist ganz klar ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Weder auf Facebook, Instagram oder auf eurem Blog haben solche Bilder etwas zu suchen!

Bin ich für das verantwortlich, was auf meinem Blog in den Kommentaren steht?

Ja und nein. In erster Linie ist man für den Inhalt der Kommentare auf seinem Blog nicht verantwortlich. Das gilt aber nur, wenn man sich nicht bewusst ist, dass ein Kommentar rechtsverletzend ist. Enthält ein Kommentar z.B. Beleidigungen gegen einen anderen Blogger und man wird darauf hingewiesen, ist man sehr wohl für diesen Inhalt verantwortlich. Hat man seine Kommentarfunktion allerdings so eingestellt, dass Kommentare geprüft werden, bevor sie auf dem Blog sichtbar sind, haftet man als Blog-Betreiber von Anfang an.

Buchblogger historische Romane

Ich hoffe, dass der Artikel dem einen oder anderen weitergeholfen hat. Vor allem als Neuling ist es  ja schwierig sich in dem Rechtsdschungel zurecht zu finden. Trotzdem sollte man vermeiden von der nächsten Abmahnwelle getroffen zu werden, denn die Strafen sind nicht gerade günstig. Wer sich noch genauer mit diesen Themen beschäftigen möchte, kann sich gerne beim Urheberrechtsgesetz (UrhG), Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)und dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) genauer informieren. Spannend wird es hier auch noch in meinem nächsten Teil, der sich mit dem Impressum und den Datenschutzregelungen beschäftigen wird.

Beschäftigt ihr euch mit der Rechtslage für Buchblogger oder Blogger im Allgemeinen?
Gab es für euch überraschende Informationen?

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  1. Sehr schöner Bericht… ich halte mich ja schon ewig dran, habe alle Verlage angeschrieben, wegen Coverbildern.
    Bei Selfpublishern frage ich immer den Autor nach dem Bild und schreibe es auch in die Bildunterschrift…
    Allerdings frage ich mich, was ist mit so Fotos wie Du sie hier in diesem Beitrag hast? Du schreibst ja selbst, dass Fotos von Büchern EIGENTLICH nicht erlaubt sind… und Ausschnitte schon mal gar nicht…
    Aber hast ja solche Fotos mit Ausschnitten in diesem Beitrag…
    Gilt hier auch, wo kein Kläger da kein Richter oder hast Du diese betreffenden Verlage gefragt, ob Du das so veröffentlichen darfst? Wie handhabst Du das mit solchen eigenen Fotos?

    1. Hallo Mona,

      ja genau, rein rechtlich sind auch solche Bilder nicht erlaubt. Aber wie ich auch im Text geschrieben habe, werden die wenigsten Verlage etwas gegen Bilder von ihren Büchern haben. Dann würden Buchblogs und Instagram-Profile aus dem Bereich „Buch“ wohl nicht mehr existieren, was nicht im Interesse der Verlage wäre. Anders sieht es allerdings bei Bildern aus, die wirklichen Inhalt der Bücher abbilden (Textseiten). Hier hat es wohl wirklich schon Abmahnungen gegeben. Ich habe, auch gerade wegen dieses Beitrags, die für mich wichtigen Verlage angeschrieben, bisher allerdings nur positive Rückmeldungen erhalten.

      Liebe Grüße
      Meiky

  2. Danke für die Info… ich habe da auch immer so ein wenig Bedenken, wenn ich mal nen Gewinnspiel mache oder so und zeige eigene Fotos des Buches…
    Ja, einige, wie wir, machen sich da mächtig Gedanken, aber viele sind da auch total sorglos…
    Klar sind die Verlage sehr tolerant, gerade deshalb finde ich es manchmal echt unverständlich, wenn auf Blogs pixelige Fotos des Covers gezeigt werden… hat man doch gar nicht nötig… die Verlage helfen immer gern, habe ich festgestellt….
    Daher, gut, dass Du mal wieder darauf hinweist!

  3. Ein schöner Artikel, aber eine Kleinigkeit hast du übersehen: Es gibt durchaus auch Bildzitate. Somit ist es sehr wohl erlaubt, ein Buch (logischerweise samt Cover) in einer anderen Umgebung (also nur als Teil des Bildes) im Rahmen einer Rezension zu fotografieren. Wichtig dabei ist allerdings, dass das Cover dann auch besprochen wird. Für weitere Infos einfach mal hier nachlesen: https://drschwenke.de/wann-ist-ein-bildzitat-erlaubt-anleitung-mit-beispielen-und-checkliste/
    Einfacher ist es in der Regel natürlich, den Verlag/Selfpublisher einfach zu fragen. Aber wenn man sich an gewisse Vorgaben (siehe verlinkter Artikel) hält, dann ist man auch so auf der sicheren Seite. Ich würde es immer „doppeltgemoppelt“ handhaben – einerseites den Verlag/SP fragen, andererseits aber auch die Zitatrechte einhalten. Dann kann nichts passieren.

    Und noch eine Anmerkung: Wer Amazon-Affiliate-Links verwendet, der ist ebenfalls auf der sicheren Seite. Denn über das Partnernet eingebundene Bilder (z.B. das Buchcover) inklusive Link sind völlig legal. Dabei ist es nur wichtig, dass der im Partnernet generierte HTML-Schnipsel nicht verändert wird und die Graphik nicht zwischengespeichert, sondern direkt von Amazon geladen wird. Natürlich können solche Bilder dann nicht als Titelbild des Beitrags verwendet werden, aber zum „Aufhübschen“ des Beitrags können sie schon taugen.

    Liebe Grüße aus der Blogger-, Designer und Verlegersicht.^^
    Sandra

    1. Hallo Sandra,

      vielen Dank für deine Ergänzungen! Auf das Bild-Zitatrecht bin ich wirklich nicht näher eingegangen. Im Falle von Rezensionen ist man damit ja auf der sicheren Seite. Bei vielen Instagrambildern ist das allerdings nicht der Fall. Daher ist es wichtig sich das nocheinmal vor Augen zu halten. Trotzdem wichtige Ergänzung!
      Mit Affiliaten-Links habe ich mich tatsächlich auch noch nicht weiter auseinander gesetzt. Der Abschnitt von Amazon hat sich bei mir eher auf Blogger bezogen, die die Cover von Amazon nehmen/speichern und diese dann z.B. in ihren Rezensionen verwenden. So etwas habe ich tatsächlich schon öfter gesehen. Hier ist es einfach notwendig mit dem jeweiligen Verlag auseinanderzusetzen.

      Liebe Grüße
      Meiky

  4. Ein wirklich wichtiges Thema, ich seh da auch immer mal wieder ganz, ganz schlimme Fälle.

    Eine Frage hab ich aber mal, wenn ich selbst Aufnahmen von Büchern mache, verletze ich damit das Copyright? Ich denke da an Ausschnittfotografien von Covern, um eine Detail hervorzuheben.
    Ich finde übrigens Rezensionen ohne Zitate immer ganz schön leer. Wie kann man sich denn besser die Art der Erzählung vorstellen, als durch ein Zitat? Mir persönlich fehlt aber die Zeit, immer alle Verlage einzeln abzuklappern. Oder fragt man da einmalig, ob man aus dem Verlag zitieren und Cover verwenden darf?
    VG Jennifer

    1. Hallo Jennifer,

      so unterschiedlich können Meinungen sein! Ich lese mir Zitate nie durch und verwende daher auch keine 😀 Du musst nicht jedes einzelne Zitat von dem Verlag absegnen lassen. In der Regel gibt es dafür klare Richtlinien (wie viele Wörter darf das Zitat beinhalten, wie muss das gekennzeichnet sein usw.). Das heißt, wenn du einmal diese Richtlinien vom Verlag kennst, kannst du sie ja immer wieder anwenden.
      Ja, an sich ist eine Aufnahme von einem Buch ein Bild von einem geschützten Werk und somit eigentlich nicht erlaubt. Aber wie schon gesagt, sind solche Bilder ja auch Werbung für den Verlag und das jeweilige Buch. Eine Abmahnwelle ist hier wohl eher nicht zu erwarten.

      Liebe Grüße
      Meiky

  5. Leute, wenn ihr über irgendwelche Rechtsthemen schreibt, dann recherchiert doch bitte ordentlich.Ehrlich gesagt finde ich den Artikel inhaltlich teilweise einfach falsch… da werden so viele Hinweise gegeben dass man den Artikel ja anständig kennzeichnen muss aber dann kommt der Satz hier:
    „Da für Rezensionsexemplare in der Regel kein Geld fließt, befinden sie sich irgendwie in einer Grauzone.“ – die Antwort hierzu lautet: Nein, man befindet sich nicht in einer Grauzone. Wenn du für deine Buchbeurteilungen ein Auto geschenkt bekommst, befindest du dich dann auch in der Grauzone, weil du ja kein Geld bekommen hast sondern nur eine Sache?

    1. Hallo Max,

      nein, denn ich habe ja auch nichts über ein Auto geschrieben. Da Bücher in der Regel nur einen geringen Wert haben, befinden sie sich in einer Grauzone. Diese Information habe ich übrigens von einem Anwalt für Medienrecht, ich denke, dieser kennt sich mit diesem Thema sehr gut aus.

      Viele Grüße
      Meiky

  6. Hi Meiky,

    danke für die Zusammenfassung. Es war für mich persönlich nichts Überraschendes dabei, dennoch finde ich es super, dass du eine solche Zusammenfassung geschrieben hast, das hilft glaube ich vielen sehr und man hat auch alles Informationen noch mal auf einen Blick.

    Liebe Grüße
    Desiree

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