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[Rezension] Der Hypnotiseur – Buch vs. Film

6. Oktober 2014

Immer, wenn ich sehe, dass ein Buch, das ich gelesen habe, verfilmt worden ist, freue ich mich total darauf den Film zu sehen. Ja, ich weiß meistens ist man total enttäuscht, aber das trübt meine Freunde im Vorfeld nicht. Am Freitag habe ich den Hypnotiseur von Lars Kepler beendet. Der passende Film dazu wartet schon seit Ostern darauf gesehen zu werden, aber das Buch muss zu erst gelesen werden – das ist Pflicht 🙂 Gestern Abend war es dann so weit..

[Rezension] Der Hypnotiseur - Buch vs. Film

Das Buch
Das Buch ist anfangs recht interessant, hat einen ziemlich anstrengenden und langen Mittelteil und ein spannendes Ende.  Die blutigen Szenen sind recht extrem beschrieben. Zwischendrin habe ich mich allerdings schon gefragt, warum das Buch „Der Hypnotiseur“ heißt, denn außer einem kleinen Einsatz am Anfang lässt das hypnotisieren ziemlich lange auf sich warten und findet dann noch ganz anders statt, als man es eigentlich für das Buch erwartet. An den Schreibstil musste ich mich zwar erst gewöhnen, aber so nach 100 Seiten ging es richtig gut. An sich aber ein gutes Buch!

Der Film
Anfangs gibt es kleinere Abweichungen vom Buch, aber die waren noch zu verkraften. Der anstrengende Mittelteil wird im Film in 30 Sekunden erzählt und dann noch völlig falsch. Das Ende ist zwar spannend, aber anscheinend hat der Regisseur oder Drehbuchschreiber ein komplett anderes Buch gelesen. Hin und wieder kleine Änderungen – okay -, aber komplette Handlungsstränge verdrehen und ändern – geht echt gar nicht! Irgendwann saß ich nur noch kopfschüttelnd vor dem TV, weil einfach nichts mehr gestimmt hat.. Noch dazu wurden sogar Personen umbenannt und ausgetauscht. Da wurde eben mal aus einer Eva Blau ein Ebert Braun. Warum man das macht, ist mir wirklich ein Rätsel!
Ich weiß nicht mal, ob ich den Film verstanden hätte, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte. Ich bin wirklich enttäuscht vom Film! Es gibt so viele Sachen, die im Buch wichtig für die Spannung waren, die im Film absolut nicht rausgekommen sind, sondern nur angeschnitten wurden.. Zum Beispiel musste ich meinem Freund sagen, dass es jetzt ziemlich doof ist, dass der Junge entführt wurde, weil er nämlich Bluter ist und einmal die Woche seine Medizin braucht, damit er nicht innerlich bei den kleinsten Verletzungen verblutet. Das wird im Film zwar auch mal kurz erwähnt, aber so richtig schlimm ist es eigentlich nicht..

Warum kann man nicht einfach die Handlungen des Buchs übernehmen, wenn man schon ein Buch verfilmt?  Muss man tatsächlich die Geschichte total umschreiben? Wäre ich Autor, hätte ich das mit meinem Buch nicht machen lassen.. Man hat sich ja schließlich mal was dabei gedacht..


Mein Fazit
Lest lieber das Buch! Ich bin zwar nicht unbefangen an den Film rangegangen, aber auch im Nachhinein gefällt mir die Geschichte des Buchs besser, als die des Films. Und ja, es sind zwei verschiedene!

Ich überlege mir jetzt auf jeden Fall doppelt, ob ich mir „Gone Girl“ im Kino angucken. Das ist vielleicht auch einfach noch zu frisch und da ist die Gefahr, dass ich mich aufrege doch zu groß 😉

Hat von euch schon jemand „Gone Girl“ gesehen? Ist der Film näher am Buch?

  1. Ich kenne auch weder Buch noch Film, aber ich find's auch total daneben, wenn der Film so extrem vom Buch abweicht. Da hätte man auch gleich einfach irgendeinen Film machen können und nicht durch den Buchtitel die Leute ins Kino oder vor den Fernseher ziehen.
    Gone Girl will ich unbedingt noch lesen, deshalb kann ich den Film wahrscheinlich auch erst auf DVD oder im TV sehen (ich gehöre auch zu der erst lesen, dann schauen – Fraktion 😀 ). Dafür freue ich mich schon darauf, dass bald "Maze Runner" im Kino kommt, wo ich doch gerade das Buch gelesen habe 🙂

  2. Ich habe Gone Girl ja erst ganz frisch gelesen und war Montag im Kino. Ich finde den Film echt gut gelungen, den kannst du dir wirklich anschauen. Er weicht in ein paar Kleinigkeiten schon vom Buch ab, was ich aber an den Stellen nicht sehr schlimm fand, nur ärgerlich, da man ja weiß, dass es eigentlich anders ist. Man ist durch das Buch ja schon irgendwie voreingenommen. Es stört aber den Fluss der Story in diesem Fall nicht. Ein paar Details wurden auch komplett weggelassen, aber bei der Dicke des Buchs irgendwo auch verständlich – zumal der Film so schon 2,5 Stunden geht. Da muss man eben Abstriche machen. Leider kommt durch das weglassen einiger Details nicht rüber, dass Nick sie zeitweise wirklich zurück will bis er hinter den Schlachtplan von Amy kommt, das finde ich an den Film tatsächlich schlecht. Oder ich habe das aus dem Buch für mich nur so interpretiert. Du machst aber echt nichts verkehrt, wenn du ihn dir anschaust. Lohnt sich schon 🙂

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