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Rechtslage für Buchblogger [Impressum & Datenschutz]

12. August 2017
Rechtslage-Buchblogger

Die Rechte und Pflichten eines Bloggers sind manchmal gar nicht so einfach zu überschauen. Um die Informationen rund um die Rechtlage für Buchblogger zusammenzufassen, habe ich euch bereits in meinem ersten Teil „Coverrechte, Rezensionsexemplare & Zitate“ von einigen Stolpersteine berichtet. Neben der Urheberrechtsverletzungen bei Bildern und Texten sind aber auch rechtliche Pflichtangaben Hindernisse, die den jeweiligen Blogger teuer zu stehen kommen können. Immer wieder hört man von Abmahnwellen, weil Blogger kein vollständiges Impressum angeben oder Analyse-Tools unzulässig verwenden. Aus diesem Grund gibt es heute einen zweiten Teil der sich genau um diese Themen dreht.

Wie auch schon im vorherigen Teil ist dies natürlich keine Rechtsberatung, sondern eine Sammlung von Fakten zum aktuellen Zeitpunkt (12.08.2017). Ich habe mich eingehend mit Themen wie Impressumspflicht und Datenschutzerklärungen auseinandergesetzt und möchte dieses Wissen nun mit euch teilen.

Brauche ich als Buchblogger ein Impressum?

Die Frage, ob man ein Impressum braucht, begegnet einem wirklich häufig. Gerade neuere Blogger sind bei dem Thema Impressum oft sehr unsicher. Als Blogger braucht man nur dann kein Impressum, wenn man lediglich privat und familiär schreibt. Das heißt, dass der Blog sich wirklich nur mit privaten Themen beschäftigt und vielleicht sogar nur durch ein Passwort zu erreichen ist. Sobald man für die breite Öffentlichkeit schreibt, braucht man als Blogger auch ein Impressum. Da Buchblogger in der Regel für die Öffentlichkeit schreiben, gilt für sie auch die Impressumspflicht. Leider sieht man immer noch viel zu oft, dass zwar ein Impressum vorhanden ist, aber es unvollständig ist. Vielen Menschen ist es unangenehm ihre Adresse und Telefonnummer ins Internet zu stellen – ich kann das total verstehen! Doch auch nach 5 Jahren Blogger-Leben habe ich durch die Veröffentlichung noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Dinge, die nach Telemediengesetz §5 in ein Impressum gehören sind: vollständiger Name und Adresse und zwei Wege zur schnellen und effizienten Kommunikation. Eine E-Mail-Adresse ist immer zu nennen, die Gerichte verschiedener Städte sind sich über die Angabe einer Telefonnummer allerdings uneinig. Es muss aber zwingend ein zweiter Weg zur schnellen Kommunikation dargeboten werden. Neben einer Telefonnummer kann hier also auch eine Faxnummer genannt werden.

Buchblogger New York Diaries

Genügt es das Impressum über Bilder einzublenden?

Es kommt darauf an! Das Impressum muss von allen Geräten und für jeden einsehbar sein. Wenn ihr euer Impressum nur in Form von Bildern einbindet, damit ihr nicht über Google gefunden werden könnt, kann es sein, dass mobile Geräte diese Bilder nicht anzeigen. Es dürfen keine weiteren Programme oder ähnliches notwendig sein, um euer Impressum einzusehen. Dies ist zum Beispiel für Blinde ein großes Problem, da Bilder natürlich nicht vorgelesen werden können. Es gilt absolute Barrierefreiheit bei der Bereitstellung des Impressums zu gewährleisten, ansonsten ist das Impressum nicht gültig.

Brauche ich eine Datenschutzerklärung?

Hier ist die Antwort definitiv ja! Nur was in dieser Datenschutzerklärung steht, ist von euren verwendeten Tools abhängig. Wichtig ist aber zu sagen, dass die Datenschutzerklärung von dem Impressum getrennt werden muss. Viel zu oft sieht man, dass nach den Angaben im Adresse & co. die Datenschutzerklärung im Impressum folgt. Das ist so nicht richtig. Die Datenschutzerklärung muss als eigene Seite mit maximal 2 Klicks (von jeder Seite des Blogs) zu erreichen sein.

Was ist nach deutschem Datenschutz nicht rechtens?

Datenschutz wird in Deutschland sehr groß geschrieben – größer als in anderen Ländern. Aus diesem Grund sind gerade Tools, mit denen Blogger gerne ihre Statistiken beobachten lassen, auch ein größeres Problem in Deutschland als in anderen Ländern. Viele dieser Tools lagern ihre und damit die Daten eurer Besucher auf fremden Servern z.B. in der USA, was schon mal eine erste Herausforderung darstellt. Im Februar 2017 ist ein Gesetz in Kraft getreten, das erlaubt, dass jeder Webseitenbetreiber ohne vollständige und korrekte Datenschutzerklärung sofort abgemahnt werden darf. Dies gilt für Shops genauso wie für jeden Blogger. Während meiner Recherchen habe ich auf jedem Buchblog auf dem ich war auch in die Datenschutzerklärung geguckt. Es ist wirklich erschreckend, wie viele keine ausreichende oder nur eine veraltete Datenschutzerklärung haben. Vor allem bei der Verwendung von Google Analytics stellt das ein großes Problem dar.

Buchblogger Linda Castillo

Datenschutzerklärung – Google Analytics, Piwik und andere Analyse-Tools

Gerade die Analyse-Tools sind bei Bloggern ja äußert beliebt. Leider stellen genau diese Tools große Stolpersteine dar! Bei dem verwendeten Tool ist es nämlich äußerst wichtig zu wissen, wohin die gesammelten Daten gehen und was anschließend mit ihnen gemacht wird. Google Analystics ist hier beispielsweise ein Problem, weil die Daten an Google abgetreten werden und diese Daten dann nicht mehr in Deutschland liegen und der deutsche Datenschutz seine Hand darüber halten kann. Google Analytics ist aber sowieso ein Fall für sich. Neben den Regelungen für alle Analyse-Tools muss hier auch ein Vertrag mit Google abgeschlossen werden – alle Informationen hierzu könnt ihr zum Beispiel bei erecht24.de nachlesen. Da gerade Google-Analytics eine beliebte Abmahnfalle ist, würde ich es wirklich jedem Blogger ans Herz legen sich dort noch einmal genauer umzuschauen, denn gerade in der letzten Zeit gab es hier einige Änderungen. Etwas, was für alle Analyse-Tools gilt, ist, dass der Besucher die Möglichkeit haben muss sich selbst von der Zählung auszuschließen. Darüber hinaus darf die IP-Adressen nur anonymisiert erhoben werden.

Opt-out-Cookies bei Analyse-Tools

Bei Analyse-Tools, wie zum Beispiel Google Analytics, ist es wichtig, dass man seinem Blogbesucher mit einem Opt-Out-Cookie die Möglichkeit gibt sich selbst von der Zählung auszuschließen. Das heißt in euer Datenschutzerklärung muss der Nutzer darauf hingewiesen werden, dass es die Möglichkeit gibt und wie sie funktioniert. Wichtig ist, dass es die Möglichkeit für Nutzer über PC/Laptop sowie für mobile Nutzer gibt. Es reicht laut aktuellem Recht nicht mehr aus, dass der Besucher sich ein Add-On im Browser installieren muss, um sich vom Tracking auszuschließen. Ein Add-On ist eine Browser-Erweiterung, die sich der jeweilige Nutzer installieren muss. Da dies einen hohen Aufwand für den Nutzer bedeutet, muss der Webseitenbetreiber einen einfacher zu bedienenden Opt-Out-Cookie anbieten. Ein weiteres Problem bei Add-On ist, das diese Funktion nur bei Desktop-Browsern funktioniert und mobile Nutzer so auf der Strecke bleiben. Weitere Informationen dazu könnt ihr z.B. bei Datenschutzbeauftagter-info erhalten.

Speicherung der IP-Adresse

Es gibt Gerichte, die die Speicherung der IP-Adressen als nicht rechtens ansehen, da sie einem Haushalt oder einer Person zugeschrieben werden können. Dass man auf die Person genau herausfindet, was jemand auf einer Seite gemacht hat, entspricht nicht wirklich einem Datenschutz. Dies ist etwas anderes, wenn eine Person z.B. in einem Online-Shop der Verwendung seiner Daten zugestimmt hat. Als Blogbesucher tut man dies in der Regel aber nicht. Da die IP-Adresse schon gespeichert wird, sobald jemand eure Seite besucht, ist es wichtig die IP-Adresse vor ihrer Speicherung zu anonymisieren. Diese Regelung gilt für Google Analytics, Piwik und jedes andere Analyse-Tool auch. Bei WordPress-Nutzern wird, sofern es nicht anders eingestellt ist, übrigens auch eine vollständige IP-Adresse gespeichert, wenn ein Nutzer einen Kommentar hinterlässt. Auch hier ist es natürlich wichtig seine Einstellungen dementsprechend anzupassen – dazu gibt es entsprechend Plugins bzw. eine Funktion in eurer functions.php. Zur Zeit streiten sich noch die Gemüter, wann eine IP-Adresse anonymisiert ist. Google Analytics bietet an, die letzte Zahlengruppe/Oktett wegzulassen. Das Landeszentrum für Datenschutz hält allerdings zwei Zahlengruppen/Oktett für sinnvoll. Piwik sieht die zweite Variante der Anonymisierung ebenfalls als Standard vor.

Buchblogger Justin Cronin

Abonnieren von Kommentaren

Wenn man als Leser über neue Kommentare zu einem bestimmten Artikel informiert werden möchte, hat man die Möglichkeit Kommentare zu abonnieren. Das heißt, dass man bei einem neuen Kommentar per E-Mail darüber benachrichtigt wird. Aber auch hier gibt es eine Stolperfalle, denn dies ist nicht ohne Weiteres erlaubt. Abonnenten müssen über eine Double-Opt-In-Funktion bestätigen, dass sie tatsächlich über weitere Kommentare informiert werden möchte. Hierzu muss der Leser seine E-Mail-Adresse beim abonnieren angeben. Anschließend erhält er eine E-Mail mit einem Bestätigungslink, welchen er ebenfalls aktivieren muss. Hierdurch wird auch sichergestellt, dass es wirklich seine eigene E-Mail-Adresse war.

Facebook-Like-Button

Seinen Blog mit Facebook zu verbinden, ist für den Blogbetreiber und -nutzer super einfach. Man sieht direkt wie viele Follower ein Blog hat und alle Freunde auf Facebook erfahren welche Seiten einem gefallen. Doch auch das ist ein Problem, für das es schon Abmahnungen gab. Der Facebook-Like-Button sendet die Daten der Nutzer an Facebook und als Blogbetreiber hat man dann keine Kontrolle mehr über die Daten, die Facebook verwendet und speichert. Auch die IP-Adresse spielt hier wieder eine große Rolle. Daher ist es bei der Verwendung des Like-Buttons wichtig in der Datenschutzerklärung darauf hinzuweisen, dass durch diesen Button Daten an Facebook gesendet werden. Zusätzlich sollte auf die Datenschutzerklärung von Facebook selbst hingewiesen und verlinkt werden.

Gerade die Datenschutzerklärung finde ich schwierig zu gestalten, da auch den Gerichten vieles noch unklar ist und sich noch in der Findungsphase befinden. Zusammenfassend lässt sich eigentlich sagen, dass es sehr wichtig ist zu wissen, welche Tools oder Plugins Daten speichern und wie diese weiterverwendet werden. Ich persönlich versuche so weit wie möglich zu vermeiden, dass Daten außerhalb von Deutschland gelagert werden, denn das birgt immer zusätzliche Risiken. Außerdem ist es sehr wichtig seine Datenschutzerklärung aktuell zu halten. War etwas vor drei Jahren zum Beispiel noch völlig rechtskonform, muss das heute schon lange nicht mehr so sein.

Weitere Informationen zu den beschriebenen Themen erhaltet ihr zum Beispiel im Telemediengesetz (TMG), im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und bei erecht24.de, die auch eine Musterdatenschutzerklärung anbieten. Schaut auch unbedingt noch bei dem ersten Teil „Coverrechte, Rezensionsexemplare & Zitate“ vorbei, um euch über weitere Regelungen der Rechtslage für Buchblogger zu informieren!

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