Interview | Thriller & Krimis

Blutrausch – Lesung und Interview mit Chris Carter

26. Oktober 2018
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Zum diesjährige Krimifestival in Braunschweig hat die Buchhandlung Graff wieder großartige Autoren eingeladen. Unter anderem war Chris Carter, ein derzeit in London lebender Thriller-Autor, in Braunschweig zu Besuch, um sein neues Buch „Blutrausch“ vorzustellen. Neben seiner Lesung hat der Autor auch für mich ein bisschen Zeit freigeschaufelt und sich einigen meiner Fragen gestellt. Mehr zu der Lesung und seinen Antworten auf meine Fragen könnt ihr in diesem Interview mit Chris Carter nachlesen.

Chris Carter hat einen ungewöhnlichen Weg bestritten, der ihn letztendlich zu einem sehr erfolgreichen Thriller-Autor gemacht hat. Ursprünglich wollte er Mediziner werden, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, doch dieser war davon alles andere als begeistert. Letztendlich entschied sich der Autor für ein Psychologie-Studium und die Richtung Forensik. Doch auch wenn er hier viel Prägendes erlebt hat, wollte er nicht ewig in diesem Bereich arbeiten und so wurde er Profi-Musiker. Selbst als Stripper und Kellner hat sich der Autor während seines Studiums versucht, aber wir können wohl froh sein, dass ihn eines Tages die Geschichte von Robert Hunter nicht mehr losgelassen hat und er aufgrund des Rates seiner Freundin mit dem Schreiben begonnen hat. Sein Lebensweg ist wohl genauso wie er selbst – humorvoll und ernst zugleich. Sein erstes Buch zu schreiben war für ihn genauso überraschend, wie es seine weiteren Geschichten wohl auch sind. Chris Carter ist kein großer Planer. Meist beginnt er mit dem Schreiben und schaut selbst wohin er und seine Charaktere mit der Geschichte gehen. Oft weiß er selbst lange nicht, wer der Mörder in seinen Büchern ist – aber das ist auch gut so, so der Autor, denn wenn er es selbst nicht weiß, können es auch die Leser nicht vor ihm herausfinden.

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Laut Chris Carter müssen Autoren in der Lage sein sich in die unterschiedlichsten Menschen hinein zu versetzen. Aus diesem Grund fällt es ihm leicht sowohl über die Ermittlungen zu schreiben oder aus der Sicht des Mörders. Der Autor schlüpft für die Szenen einfach in die Gedanken eines anderen Menschen. Als Autor ist es eh am besten über das zu schreiben, was man selbst kennt und so verbindet ihn auch einiges mit seinen beiden Charakteren Hunter und Garcia. Chris Carter leidet wie Hunter unter Schlaflosigkeit, mag Whiskey und Rockmusik und ist natürlich Psychologe. Garcia hingegen kommt wie er aus Brasilien und verkörpert den Humor von Chris Carter, den er nur zu gerne in seine Bücher einbringt. In einer seiner letzten Lesungen musste Chris Carter wohl selbst noch über einige Stellen seines Buches so lachen, dass er das Lesen unterbrechen musste. Auch wenn seine Geschichten durch Garcia etwas aufgelockert werden, sind doch viele Szenen blutig und brutal. Doch auch hierbei hat Chris Carter Grenzen, denn über Vergewaltigung von Frauen oder über Gewalt gegenüber Kindern würde der Autor nie schreiben.

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Auf die Frage, ob seine Freunde und Bekannte ihm aufgrund seines Berufs vielleicht nicht mehr so viel anvertrauen, konnte der Autor nur lachen. Chris Carter weiß aus seiner Zeit als Rockstar wie es ist mit fanatischen Fans zu leben. Doch als Autor sind ihm manche Fans eher etwas unheimlich, da sie unbedingt in seinen Büchern ermordet werden wollen. Ich habe Chris Carter gefragt, welches seiner Bücher für ihn der persönliche Albtraum wäre. Er wäre natürlich in keiner der Geschichten gerne ein Opfer, aber am schlimmsten wäre es für ihn wohl in einer Kiste mit Insekten und Spinnen aufzuwachen, denn beides mag der Autor nicht besonders. Auch romantische Szenen liegen dem Autor nicht besonders, aber zum Glück hat er den Verlauf der Geschichte hierbei ja selbst in der Hand.

In seinem neuen Buch „Blutrausch“ drapiert der Mörder seine Opfer wie es ein Künstler tun würde. Aus diesem Grund passt der englische Titel „Gallery of the dead“ auch perfekt zum Buch. Inspiration für seine Geschichten zieht der Autor dabei vor allem aus seinen Erfahrungen als Kriminalpsychologe. Doch so grausam wie die Realität könnten selbst seine Bücher nie sein. Der Nachfolger von „Blutrausch“ und somit Band 10 der Reihe wurde übrigens erst letzte Woche von seiner Lektorin abgesegnet. Daher können wir uns wohl schon bald wieder auf neuen Lesestoff aus der Feder von Chris Carter freuen!


Blutrausch_Chris Carter

Blutrausch – er muss töten von Chris Carter
Erscheinungstermin: 24.08.2018
Teil 9 der Hunter & Garcia Thriller

Klappentext:
Ein Killer mit Künstlerseele. Das Los Angeles Police Department ist aufgeschreckt. Ein neuer Fall für Robert Hunter und seinen Partner Garcia. Die härtesten Profiler der Welt!

„Seit 37 Jahren bei der Truppe, und das Einzige, was ich vergessen möchte, ist das, was in diesem Zimmer ist.“ Ein Polizist vom LAPD warnt die Sonderermittler Robert Hunter und Carlos Garcia vor dem schockierenden Anblick. Die beiden Detectives sind auf Morde spezialisiert, bei denen der Täter mit extremer Brutalität vorgegangen ist. Im Morddezernat intern als ultra violent, kurz „UV“ eingestuft. Hunter und Garcia, ausgebildete Kriminologen und Psychologen, sind die UV-Einheit, und der neue Fall sprengt selbst für sie alle Grenzen des Verbrechens. Sie jagen einen Serienkiller, der die Welt einlädt, seine Galerie der Toten zu besichtigen. (Quelle: Ullstein)


Mit Bewertungen und Rezensionen seiner Bücher beschäftigt sich Chris Carter nicht, denn er weiß genau, dass ihm nur die Negativen im Gedächtnis bleiben würden. Er möchte während des Schreibens nicht darüber nachdenken, ob dieser oder jener Kritiker eine Szene gut oder schlecht finden würde. Aber er freut sich sicherlich trotzdem über jede Menge Rezensionen auf Amazon und co. Die Lesung mit Chris Carter war für mich ein absolutes Highlight. Mit seinem Humor und seiner offenen Art hat er nicht nur mich, sondern auch alle Zuhörer im Raum, mehr als einmal zum Lachen gebracht. Nun bin ich – wie wohl auch viele andere – gespannt darauf, wie es mit Hunter und Garcia weitergehen wird! Neuer Lesestoff aus der Feder von Chris Carter erwartet uns wohl schon im Sommer 2019!

Vielen dank an den Autoren und Ullstein-Verlag für das Interview mit Chris Carter und vielen Dank an das Team des Krimifestivals für die tolle Lesung!

Habt ihr seinen neuen Thriller schon gelesen?
Oder schon mal eine Lesung von ihm besucht?

Meine Rezensionen zu seinen Büchern findet ihr hier:
Der Kruzifixkiller
Der Vollstrecker
Der Knochenbrecher

 

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